Technische Daten im Vergleich
| Eigenschaft | Sigma 105mm | Panasonic 100mm |
|---|---|---|
| Brennweite | 105mm | 100mm |
| Lichtstärke | f/2,8 | f/2,8 |
| Kleinste Blende | f/22 | f/22 |
| Max. Abbildungsmaßstab | 1:1 | 1:1 |
| Naheinstellgrenze | 29,5cm | 20,4cm |
| Blendenlamellen | 9 | 9 |
| Filtergewinde | 62mm | 67mm |
| Länge | ca. 133,6mm | ca. 82mm |
| Durchmesser | ca. 74mm | ca. 73,6mm |
| Gewicht | ca. 715g | ca. 298g |
| Bildstabilisator | Nein | Nein |
| Autofokus | Ja | Ja |
| Fokusbegrenzer | Ja | Ja |
| Blendenring | Ja | Nein |
| Staub-/Spritzwasserschutz | Ja | Ja |
| Anschluss | L-Mount | L-Mount |
Die Daten zeigen bereits den größten Unterschied: Das Lumix wiegt weniger als die Hälfte des Sigma und ist rund fünf Zentimeter kürzer. Panasonic erreicht seine 1:1-Vergrößerung bereits bei einer Einstellentfernung von 20,4cm, Sigma bei 29,5cm. Die reine Naheinstellgrenze sollte allerdings nicht mit dem Abstand zwischen Frontlinse und Motiv verwechselt werden.
Was bedeutet ein Abbildungsmaßstab von 1:1?
Beide Objektive sind echte Makro-Objektive. Ihr maximaler Abbildungsmaßstab von 1:1 beziehungsweise 1,0x bedeutet, dass ein Motiv auf dem Kamerasensor in seiner tatsächlichen Größe abgebildet werden kann.
Ein 10mm großes Objekt kann also ein 10mm großes Bild auf dem Sensor erzeugen. Bei einem Vollformatsensor mit 36mm Breite könnte ein lediglich 36mm breites Motiv theoretisch das gesamte Bild von links nach rechts ausfüllen.
Damit eignen sich beide Objektive hervorragend für klassische Makromotive wie:
- Insekten und andere kleine Tiere
- Blumen und Pflanzen
- Schmuck und Uhren
- Münzen
- elektronische Bauteile
- Produktfotografie
- technische Dokumentationen
- Detailaufnahmen
Die Brennweiten von 100 beziehungsweise 105mm sind hierfür besonders interessant, da der Fotograf nicht so dicht an das Motiv herangehen muss wie mit einem Makro im Bereich von beispielsweise 50 oder 60mm.
01Sigma 105mm F2.8 DG DN Macro Art
Das Sigma 105mm F2.8 DG DN Macro Art gehört zu Sigmas hochwertiger Art-Serie und wurde speziell für spiegellose Vollformatkameras entwickelt.
Mit 17 Linsen in 12 Gruppen, einer maximalen Vergrößerung von 1:1 und einer Naheinstellgrenze von 29,5cm handelt es sich um ein klassisches Makro-Objektiv im Bereich um 100mm. Besonders hervorzuheben ist die hohe optische Leistung. Das Sigma liefert eine sehr hohe Schärfe und eine gute Kontrolle chromatischer Aberrationen.
Auch außerhalb des Makrobereichs lässt sich das 105mm sehr gut einsetzen. Durch die Kombination aus 105mm Brennweite und f/2,8 eignet es sich beispielsweise hervorragend als leichtes Teleobjektiv für Porträts. Der relativ geringe Schärfebereich ermöglicht eine deutliche Freistellung des Motivs und ein weiches Bokeh.
Bedienung des Sigma
Eine große Stärke des Sigma ist seine umfangreiche Ausstattung direkt am Objektiv. Vorhanden sind unter anderem:
- AF/MF-Schalter
- Fokusbegrenzer
- AFL-Taste
- Blendenring
- Schalter zum Deaktivieren der Rasterung des Blendenrings
- Verriegelung des Blendenrings
Der Fokusbegrenzer kann insbesondere bei Makroaufnahmen hilfreich sein. Der Autofokus muss dann nicht den kompletten Bereich von der Naheinstellgrenze bis unendlich durchsuchen.
Auch der entklickbare Blendenring macht das Sigma für Videoaufnahmen interessant.
Der Preis für diese Ausstattung ist allerdings offensichtlich: 715 Gramm Gewicht und eine Länge von knapp 13,4cm machen das Sigma zu einem vergleichsweise großen Makro-Objektiv.
02Panasonic Lumix S 100mm F2.8 Macro
Beim Panasonic Lumix S 100mm F2.8 Macro verfolgt Panasonic einen vollkommen anderen Ansatz. Technisch bietet es ebenfalls:
- 100mm Brennweite
- Lichtstärke f/2,8
- 1:1-Abbildungsmaßstab
- Autofokus
- Fokusbegrenzer
- Staub- und Spritzwasserschutz
Doch das Gehäuse misst gerade einmal rund 82mm in der Länge und wiegt nur 298 Gramm. Das ist für ein lichtstarkes Vollformat-Makro mit 100mm Brennweite außergewöhnlich kompakt.
Zum Vergleich: Das Sigma wiegt 715 Gramm. Damit spart das Panasonic 417 Gramm beziehungsweise rund 58 Prozent des Gewichts ein. Noch deutlicher wird der Unterschied beim Volumen. Das Lumix ist rund 5cm kürzer, obwohl Durchmesser und Lichtstärke nahezu identisch sind.
Gerade an kompakten Kameras wie einer Lumix S5-Serie ergibt sich dadurch eine ausgesprochen handliche Kombination.
Naheinstellgrenze: 20,4cm gegen 29,5cm
Ein Wert fällt beim Vergleich besonders auf:
- Panasonic: 20,4cm
- Sigma: 29,5cm
Daraus sollte man allerdings nicht schließen, dass das Panasonic automatisch das bessere Makro ist. Die Naheinstellgrenze wird von der Sensorebene und nicht von der Frontlinse gemessen. Da das Sigma erheblich länger ist und die interne optische Konstruktion unterschiedlich ausfällt, lässt sich aus diesem Wert allein nicht der tatsächlich nutzbare Arbeitsabstand vor dem Objektiv ableiten.
Für scheue Tiere wie Schmetterlinge, Libellen oder andere Insekten ist der Arbeitsabstand wichtiger als die reine Naheinstellgrenze.
Bildqualität
Beim Sigma ist die optische Qualität eine seiner größten Stärken. Das 105mm F2.8 DG DN Macro Art bietet eine ausgezeichnete Schärfe und eine sehr gute Kontrolle chromatischer Aberrationen. Bereits bei Offenblende liefert es eine hohe Detailauflösung.
Das macht das Sigma nicht nur für Naturfotografie interessant. Gerade bei reproduzierenden oder technischen Anwendungen kann die gleichmäßige Schärfe über das Bildfeld entscheidend sein.
Panasonic hat auch beim Lumix S 100mm F2.8 Macro großen Aufwand bei der optischen Konstruktion betrieben. Die Konstruktion umfasst spezielle asphärische sowie ED-Elemente zur Korrektur optischer Fehler.
In der Praxis liefern beide Objektive eine Bildqualität auf sehr hohem Niveau. Die Kaufentscheidung dürfte deshalb für viele Fotografen weniger an der absoluten Schärfe als vielmehr an Gewicht, Handling und Einsatzgebiet hängen.
Autofokus
Makro-Objektive stellen besondere Anforderungen an den Autofokus. Zwischen unendlich und dem maximalen Abbildungsmaßstab muss ein sehr großer Fokusbereich durchfahren werden. Deshalb besitzen beide Objektive einen Fokusbegrenzer.
Beim Sigma lässt sich der Fokusbereich auf drei Bereiche begrenzen:
- kompletter Fokusbereich
- 0,5m bis unendlich
- ca. 0,295 bis 0,5m
Gerade bei der Insektenfotografie ist die Begrenzung auf den Nahbereich ausgesprochen praktisch, da unnötiges Fokus-Pumpen reduziert werden kann.
Für statische Makroaufnahmen bleibt manuelles Fokussieren dennoch eine wichtige Alternative. Besonders bei hohen Abbildungsmaßstäben ist die Schärfentiefe extrem gering.
Ein großer Vorteil des Sigma: Telekonverter
Für L-Mount-Fotografen besitzt das Sigma noch eine Besonderheit: Es kann mit den Sigma-Telekonvertern TC-1411 und TC-2011 kombiniert werden. Damit ergeben sich interessante Möglichkeiten:
| Kombination | Brennweite | Lichtstärke | Max. Abbildungsmaßstab |
|---|---|---|---|
| Sigma 105mm ohne Telekonverter | 105mm | f/2,8 | 1:1 |
| Sigma 105mm + TC-1411 | 147mm | f/4 | 1,4:1 |
| Sigma 105mm + TC-2011 | 210mm | f/5,6 | 2:1 |
Mit dem TC-2011 lässt sich damit ein Abbildungsmaßstab von 2:1 beziehungsweise 2,0x erreichen. Das ist ein erheblicher Vorteil für Fotografen, die besonders kleine Motive aufnehmen möchten. Ein 10mm großes Motiv wird bei 2:1 bereits 20mm groß auf dem Sensor abgebildet.
Das Sigma ist dadurch wesentlich flexibler erweiterbar als das Lumix.
Fehlender Bildstabilisator bei beiden Objektiven
Interessanterweise besitzt keines der beiden Objektive einen eigenen optischen Bildstabilisator. Bei modernen Lumix-S-Kameras ist dies weniger problematisch, da viele Gehäuse über einen integrierten Sensorstabilisator (IBIS) verfügen.
Bei hohen Makro-Abbildungsmaßstäben sollte die Wirkung eines Bildstabilisators ohnehin nicht überschätzt werden. Bei maximaler Vergrößerung wirken sich bereits minimale Bewegungen deutlich auf den Bildausschnitt und die Schärfeebene aus.
Für kontrollierte Makroaufnahmen bleiben deshalb Stativ, kurze Belichtungszeiten oder Blitzlicht wichtige Werkzeuge.
Welches Objektiv eignet sich besser für Porträts?
Beide Makro-Objektive lassen sich hervorragend auch außerhalb der Makrofotografie einsetzen. 100 beziehungsweise 105mm bei f/2,8 ergeben ein klassisches Setup für Porträtfotografie. Die etwas längere Brennweite des Sigma sorgt theoretisch für eine minimal stärkere Freistellung – praktisch ist der Unterschied zwischen 100 und 105mm jedoch gering.
Das Panasonic hat dafür einen erheblichen Gewichtsvorteil. Wer ein Objektiv sowohl für Makro als auch als leichtes Porträt-Tele mitnehmen möchte, bekommt mit dem Lumix eine ausgesprochen kompakte Lösung.
Sigma oder Panasonic – welches L-Mount Makro sollte man kaufen?
Die Entscheidung lässt sich relativ klar auf zwei unterschiedliche Nutzergruppen herunterbrechen.
Das Sigma 105mm F2.8 DG DN Macro Art ist die bessere Wahl, wenn …
- maximale optische Leistung Priorität hat,
- eine umfangreiche Bedienung direkt am Objektiv gewünscht wird,
- ein Blendenring wichtig ist,
- häufig manuell fokussiert wird,
- das Objektiv auch für professionelle Produktfotografie eingesetzt wird,
- Telekonverter verwendet werden sollen,
- oder Abbildungsmaßstäbe von mehr als 1:1 interessant sind.
Das Panasonic Lumix S 100mm F2.8 Macro ist die bessere Wahl, wenn …
- Gewicht und Größe besonders wichtig sind,
- Makrofotografie auf Reisen geplant ist,
- häufig freihändig fotografiert wird,
- ein kompaktes 100mm-Porträtobjektiv gesucht wird,
- oder das Objektiv möglichst gut zu einem kompakten Lumix-S-Gehäuse passen soll.
Fazit: Zwei hervorragende L-Mount Makros mit unterschiedlichen Stärken
Auf den ersten Blick könnten Sigma 105mm F2.8 DG DN Macro Art und Panasonic Lumix S 100mm F2.8 Macro kaum ähnlicher sein: etwa 100mm Brennweite, f/2,8 und ein maximaler Abbildungsmaßstab von 1:1. Tatsächlich verfolgen sie jedoch sehr unterschiedliche Konzepte.
Das Sigma 105mm F2.8 DG DN Macro Art ist das klassische professionelle Makro-Objektiv: groß, robust, umfangreich ausgestattet und optisch hervorragend. Blendenring, AFL-Taste und Fokusbegrenzer bieten viel Kontrolle. Besonders interessant ist außerdem die Möglichkeit, das Objektiv mit den Sigma-Telekonvertern zu kombinieren und dadurch bis zu 2:1 zu erreichen.
Das Panasonic Lumix S 100mm F2.8 Macro beeindruckt dagegen vor allem durch seine Konstruktion. Nur 298 Gramm für ein 100mm-f/2,8-Vollformat-Makro mit 1:1-Abbildungsmaßstab sind bemerkenswert. Wer mit seiner L-Mount-Kamera unterwegs Makros fotografieren möchte, bekommt damit eine deutlich kompaktere Kombination.
Sigma 105mm F2.8 DG DN Macro Art
Beste Wahl für volle Ausstattung, Telekonverter-Kompatibilität (bis 2:1) und maximale optische Kontrolle.
Zum Angebot *Panasonic Lumix S 100mm F2.8 Macro
Beste Wahl für ein möglichst kleines, leichtes L-Mount-System und spontane Makros unterwegs.
Zum Angebot *Am Ende gibt es deshalb keinen eindeutigen Sieger – wohl aber zwei Makro-Objektive, die unterschiedliche Anforderungen erstaunlich gut bedienen.
* Affiliate-Link – bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir ggf. eine kleine Provision, für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.

